"Werde ich spüren, wenn irgendwann wieder mein Engel der Partnerschaft sich mit dem Engel meines Partners in Verbindung setzt, um ein heimliches Arrangement zu treffen - eine Begegnung, die meiner jetzigen Einstellung entspricht: Ich habe aufgehört zu suchen - ich lasse mich finden?
Werde ich spüren, wenn diese Engel gemeinsam einen Plan für zwei Menschen entwerfen, um alles für die beiden in die richtigen Bahnen zu lenken?"
Als sie sich diese Fragen stellt, ahnt die Autorin noch nicht, dass sie bald danach im Internet einen Mann kennenlernen wird. Beide spüren, dass sie offenbar durch ihre gemeinsame Lebensaufgabe füreinander bestimmt sind.
Erfrischend erdverbunden, humorvoll und sehr tiefsinnig schildert Gila van Delden hier ihre authentischen Erlebnisse. Daneben lässt sie den Leser teilhaben an bewegenden und heiteren Episoden aus ihren Seminaren und führt ihn so auf lockere und humorvolle Art an tiefe Erkenntnisse heran. Voller Liebe und Herzlichkeit leitet sie seit 1994 sehr erfolgreich Kurse über die Kraft des Unbewussten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Gila van Delden hat durch die Verfilmung ihres ersten Buches "...nicht heulen, Husky!" sowie ihre Bücher "Mutter Erde, trage mich..."! - "…gib uns Herzen, die verstehen!" und "Impulse zum Glücklichsein" einen großen Bekanntheitsgrad in Europa erreicht.
Ein Buch mit viel Tiefgang, humorvoll und locker geschrieben
- man möchte immer weiter lesen!
Einige Wochen später stellte sich dann heraus, dass niemand der männlichen Interessenten bei mir das gewisse Bauchkribbeln erzeugte, obwohl ich einige inzwischen getroffen hatte. Vielleicht beruhte das auch auf Gegenseitigkeit, wer weiß.
Aber Misserfolge sind Ratenzahlungen für den Erfolg, sagte ich mir. Irgendwie spürte ich tief in mir, die Zeit war jetzt reif. Ja, ich war wieder bereit für eine Partnerschaft.
In dem Zusammenhang fällt mir eine nette Episode ein. Einige Monate zuvor sollte ich ein Seminar in Vorarlberg in einem alten Schloss abhalten. Die Geschäftsführerin der Tagungsstätte war mir von Anfang an sehr sympathisch gewesen. Einige Kurse hatte ich schon bei ihr geleitet, so waren wir uns inzwischen recht vertraut. Da ich grundsätzlich einen Tag eher anreise, bot sich auch dieses Mal die Gelegenheit für eine Unterhaltung mit ihr. Sie begrüßte mich herzlich und lud mich zu einer Tasse Kaffee ein.
Nach dem offiziellen Teil begann das Gespräch plötzlich etwas privater zu werden.
"Ich habe Sie nie gefragt", meinte sie vorsichtig, "leben Sie eigentlich allein oder in einer Partnerschaft?"
"Allein mit meinen beiden Kindern, die allerdings schon etwas älter sind."
"Und wer betreut Ihre Kinder während Ihrer Abwesenheit?"
Ich erzählte ihr, dass meine Ex-Schwiegertochter Kathrin, zu der ich nach wie vor einen guten Kontakt habe, ihr neuer Lebensgefährte Andreas und ihre kleine Tochter Lea für diese Tage bei uns einzogen und sich um meine beiden kümmerten.
Sie schien sehr beeindruckt. "Der neue Lebensgefährte ihrer Ex-Schwiegertochter? Na, das ist ja eine großzügige Konstellation. Das hat man ja selten."
"Aber für alle ist das eine hervorragende Lösung."
"Und können Sie sich vorstellen, auch wieder in einer Partnerschaft zu leben?"
"Ja, sicher", antwortete ich überzeugt. "Nur so viele Möglichkeiten habe ich bei meiner zeitlichen Auslastung auch nicht."
Sie sah mich erstaunt an und fragte: "Gibt es denn auf Ihren Seminaren nicht die Möglichkeit, jemanden kennenzulernen?"
"Für die Teilnehmer bin ich halt die Leiterin. Da kann und möchte ich die weibliche Seite nicht herauskehren. Sonst öffnen sich die Menschen nicht so sehr, wie sie es jetzt tun."
"Ja, das kann ich gut nachvollziehen", nickte sie, "auch ich habe in unserer Bildungsstätte fast nur mit männlichen Gästen zu tun und bin hier weniger Weib als Leiterin. Und was tun Sie sonst, um jemanden zu finden?"
"Nun, ich rate zum Beispiel allen, mit Affirmationen zu arbeiten."
Ich erklärte ihr, was Affirmationen sind und wie sie wirken. Da sie noch nichts davon gehört hatte, bat sie mich anschließend um ein Buch von mir.
Während ich das Buch signierte, kam sie auf ein anderes Thema zu sprechen: "Ach, übrigens, darf ich Sie bitten, Ihr Abendessen im Schlosskeller einzunehmen? An der großen Esstafel feiern in ungefähr einer Stunde die frischgebackenen Ingenieure ihren Abschluss."
Das war für mich in Ordnung.
Im Schlosskeller war ich der einzige Gast. Und gar nicht lange danach stellte mir die Geschäftsführerin auch schon eine liebevoll dekorierte Aufschnittplatte hin – Größe XXL!
"Guten Appetit!", wünschte sie mir fröhlich und begab sich wieder in die Küche, während ich nun ganz allein in dem gemütlichen Restaurant saß.
Gerade hatte ich mit dem Essen begonnen, da erschien jemand aus dem Ingenieurkurs in der Tür. Etwas unschlüssig sah er sich um, steuerte dann aber auf den großen runden Tisch zu, an dem ich saß, und fragte höflich, ob er sich dazusetzen dürfe.
"Ja, gern", nickte ich und freute mich über seine Gesellschaft. Schnell kamen wir ins Gespräch, und er erzählte mir von seiner Ausbildung, die mit dem heutigen Abendessen ihren Abschluss finden sollte.
Wieder ging die Tür auf, und der nächste erschien. Als er seinen Kollegen bei mir sitzen sah, kam er auch zu unserem Tisch und setzte sich dazu. Und so ging es weiter: Im Verlauf der nächsten halben Stunde trudelten dann sämtliche 25 Kollegen samt ihrem Dozenten ein. Ihr Essen ließ offensichtlich noch auf sich warten, und hier im Schlosskeller war es einfach gemütlicher.
Inzwischen hatten sich alle in einer großen Runde, teilweise sogar in zweiter Reihe, um mich herumgesetzt. Es war eine Superstimmung! Als die Gruppe dann hörte, dass ich hier ein 4-tägiges Seminar leitete, kam ich kaum mehr zum Essen, so viele Fragen musste ich beantworten. Großzügig verteilte ich dann die restlichen Salate.
Während wir allesamt noch ins Gespräch vertieft waren, kam noch mal die Geschäftsführerin zu uns herein. Sie sah die vielen Männer um mich herum, und ihr fiel fast die Kinnlade herunter! Als sie sich wieder unter Kontrolle hatte, schüttelte sie nur den Kopf und sagte fassungslos:
"Na, das glaube ich einfach nicht! Das ging aber schnell mit den Affirmationen!"
*
Gern erinnere ich mich an Ruth, die einen Kurs von mir besuchte. Sie stellte mir die Frage: "Warum geht es mir nicht so gut wie beispielsweise meiner Schwester? Sie ist einfach ein Glückskind. Ihr gelingt alles, dazu sieht sie noch verflixt gut aus! Und sie hat natürlich auch alle Chancen bei Männern! Jetzt hat sie sich doch tatsächlich einen geangelt, der auch noch sehr reich ist. Ich dagegen habe noch keinen, und Geld habe ich auch nicht!"
"Im Vergleich liegt das Ende des Glücks, sagt der Volksmund, und da ist viel Wahres dran. Du wirst immer jemanden finden, der dir etwas ‚voraushat’ – wie du meinst. Bei dir ist es ausgerechnet auch noch die eigene Schwester! Frag dich doch lieber: Wo sind meine Qualitäten? Was habe ich anzubieten? Damit lenkst du automatisch deinen Fokus auf deine Stärken und positiven Seiten. Sonst läufst du wirklich Gefahr, dein Leben lang unzufrieden zu sein. Bleibe das Original, als das du geboren wurdest, statt eine Kopie sein zu wollen. Du allein hast deine Gene – und nur du allein kannst deine Lebensaufgabe erfüllen. Du bist einzigartig, vergleiche dich also nicht mit anderen. Du wirst den Partner anziehen, der zu dir passt."
"Und warum ist es so schwer, allein zu sein?", hakte Ruth nach. "Seit drei Jahren bin ich ohne Beziehung und habe das Gefühl, dass mir etwas fehlt, dass ich nicht vollständig bin."
"Und was meinst du, fehlt dir?"
"Mir fehlt Körperkontakt, aber auch ein Freund im Leben. Seit einer Weile spüre ich, wie ich diesen Mangel durch Essen kompensiere. Was kann ich tun, um mit dieser Leere Frieden zu schließen?
"Schließe keinen Frieden mit der Leere, sondern entdecke deine innere Fülle! Auch allein bist du ein Ganzes. Das Gefühl von Mangel entsteht aus dem Glauben, dass du in dir nicht vollständig bist, unbedingt eine zweite Hälfte brauchst."
"Gila, aber es ist doch schöner mit einem Partner oder einem Freund an der Seite...", sagte sie mit einem wehmütigen Gesichtsausdruck.
"Einerseits schon, da hast du Recht, aber andererseits kann es auch schwieriger sein, als allein zu leben. Der Glaube, allein nicht vollständig zu sein, ist sehr weit verbreitet. Er kann nicht nur entstehen, wenn längere Zeit kein Partner auftaucht, sondern oftmals gerade in einer Partnerschaft. Wenn sich zwei Partner aus diesem Mangelgefühl, aus dem Gefühl: ‚Allein fehlt mir etwas’ heraus begegnen, und sich beide jeweils die Erfüllung vom anderen erhoffen, ist Frustration und Enttäuschung bereits vorprogrammiert. Beide wollen und hoffen, aber keiner findet Befriedigung. Vielleicht hast du auch das schon erlebt?"
"Ja, ja, das stimmt schon", gab sie zu. "Aber wir müssen ja nicht gleich heiraten."
"Du möchtest vielleicht nur einen Freund an deiner Seite? Wie wäre es mit dir selbst? Sei in erster Linie dein eigener Freund, und mach dir selbst Mut, indem du dich nicht vergleichst mit anderen. Es ist dein Leben, Ruth."
Sie wurde sehr nachdenklich bei meinen Worten, fragte dann aber: "Und was soll ich tun?"
"Versuche, die Ganzheit in dir selbst zu entdecken, fang an, deine Gedanken auf Fülle und nicht auf Mangel auszurichten, beginne von innen zu strahlen, und Menschen fühlen sich angezogen. Mit deiner inneren Fülle ziehst du nach dem Gesetz der Resonanz dann denjenigen an, der zu dir passt. Nur wenn du nichts von ihm erhoffst oder erwartest, ist wahre Partnerschaft und Fließen möglich. Versuche nicht, in möglichen Partnern oder im Essen nach einer Erfüllung zu suchen, die es dort nicht wirklich gibt. Auch ich habe gelernt, die Fülle ist inmitten des eigenen Herzens. Und wenn du das erkennst und annehmen kannst, ändert sich deine Ausstrahlung, und du wirst in deinem Leben das anziehen, was dir entspricht."
Mit einem Schmunzeln gab Ruth zu verstehen: "Aber trotzdem ist Reichtum etwas Schönes, wenn ich sehe, was meine Schwester sich alles leisten kann...!"
"Ja, natürlich! Aber es kommt nicht darauf an, im Äußeren reich zu sein. Wenn du dich reich fühlen möchtest, dann zähle all die Dinge auf, die du besitzt und die du mit Geld nicht kaufen kannst."
"Mir fällt da wenig ein", flachste sie.
"Ruth, wie wäre es denn damit: Du bist reich, weil du denken, sehen, hören, riechen, schmecken, lachen, fühlen und gehen kannst – reich, weil es Menschen gibt, die dich mögen."
"Stimmt!", gab sie offen zu, "daran habe ich momentan gar nicht gedacht!"
"An jedem Tag, an dem du diese Reichtümer erkennst, bist du unendlich reich. Du musst dich nur dafür entscheiden, nicht alles für selbstverständlich zu halten."
"Aber viel Geld auf dem Konto wäre auch nicht schlecht...!"
"Schau mal, Ruth, du sagst: ‚nicht schlecht’! Sag doch stattdessen: ‚gut’. Ich habe durch mein Leben die Erfahrung gemacht, dass innerer Reichtum den äußeren nach sich zieht. Es geht gar nicht anders. Erst durch unsere Sorgen, unser Denken geben wir uns unbewusst das Gefühl von Mangel ein. Und unser Unterbewusstsein versteht: Der Chef will Mangel – also alle Situationen her, wo Mangel entstehen kann! Wenn du sagst: ‚nicht schlecht’, so kann dein Unterbewusstsein nur den Begriff ‚schlecht’ speichern. Es kann mit einer Verneinung nichts anfangen, denn es speichert nur in Bildern und Gefühlen."
Ruth war inzwischen etwas nachdenklich geworden und erwiderte: "Ich glaube, Gila, dass es bei mir auch die Ungeduld ist, die mich stört. Ich brauche bestimmt noch einige Zeit, um all das, was du mir gerade gesagt hast, in Ruhe sacken zu lassen."
Aber abschließend meinte sie dann wieder mit einem fröhlichen Grinsen: "Vielleicht kommt mein Partner ja trotzdem bald!"
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